Endoskopischer Ultraschall Endosonographie
Was ist eine Endosonographie?
Bei der Endosonographie wird eine endoskopische Untersuchungsmethode (s. auch Magenspiegelung) mit einer Ultraschalluntersuchung (s. auch Sonographie) kombiniert. An der Spitze des Endoskops ist neben einer Videokamera eine Miniatur-Ultraschallsonde verbaut. Hierdurch können Organe in unmittelbarer Nähe des Magendarmkanals oder aber auch die Magen- oder Darmwand selbst dargestellt werden. Bei der oberen Endosonographie erfolgt die Untersuchung über den Mund. Die Untersuchung ist besonders gut geeignet um auch kleinste Veränderungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. Tumore, Entzündungen etc) oder der Gallenwege (z.B. Gallengangssteine) zu erkennen. Aber auch Tumore der Magen-, Darmwand oder Speiseröhre können mit hoher Genauigkeit beurteilt werden. Bei der unteren oder rektalen Endosonographie wird das Endoskop über den After eingeführt. Hierbei können z.B. Tumore des Enddarms oder auch Fisteln oder Abszesse untersucht werden. Sollte eine weitere Abklärung solcher Veränderungen notwendig sein, ist bei niedrigem Komplikationsrisiko auch eine Punktion (Gewebeentnahme) möglich.
Vorbereitung einer Endosonographie
Die Vorbereitung zur oberen Endosonographie entspricht der einer „normalen“ Magenspiegelung. Auch hier ist es notwendig, dass der Verdauungstrakt frei von Speiseresten ist. Daher darf mindestens 6 Stunden vor der Untersuchung keine feste Nahrung mehr aufgenommen werden. Klare Flüssigkeiten wie Tee oder Wasser sind in geringen Mengen bis 2 Stunden vor der Untersuchung möglich. Zudem sollten keine Medikamente vor der Untersuchung eingenommen werden, es kann je nach Grund der Untersuchung wichtig sein, bestimmte Medikamente wie z.B. Blutverdünner einen Tag vor der Untersuchung zu pausieren.
Bei der rektalen Endosonographie ist im Vorfeld der Untersuchung zusätzlich eine Reinigung des Enddarms mit Hilfe eines Einlaufs notwendig.
Untersuchungsablauf
Zur Untersuchung wird der Patient bequem auf die linke Körperseite gelagert. Da eine Endosonographie ca. 15 Minuten dauern kann und es wie bei einer Magenspiegelung durch das Einführen des Endoskops unter Umständen zu Würgereizen kommt, wird die Untersuchung in der Regel durch die intravenöse (als Spritze) Gabe eines Schlafmittels durchgeführt. Alternativ kann lediglich eine Betäubung des Rachenraumes durch ein Spray erfolgen. Das Endoskop wird dann über den Mund eingeführt, so dass Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm zunächst endoskopisch eingesehen werden können. Mit Hilfe der Ultraschallsonde können dann die benachbarten Organe wie Bauchspeicheldrüse, Gallenwege etc. mit hoher Auflösung eingesehen werden. Während der gesamten Untersuchung ist neben dem Arzt eine speziell geschulte Endoskopiefachkraft anwesend, die den Patienten überwacht.
Risiken der Endosonographie
Nach der Untersuchung kann es gelegentlich zu Heiserkeit, leichten Schluckbeschwerden oder Blähungen kommen. Zahnschäden sind sehr selten und können unter Umständen bei bereits geschädigten Zähnen auftreten. Sollte die Untersuchung mit einer Schlafspritze erfolgen, kann es zu einer allergischen Reaktion, sowie Beeinträchtigung der Herz- und Atemfunktion kommen. Daher wird die gesamte Untersuchung durch eine speziell geschulte Endoskopiefachkraft begleitet und die Vitalwerte des Patienten überwacht. Lebensbedrohliche Komplikationen sind extrem selten (ca. 0,1 %). Zu nennen sind hier vor allen Blutungen, Infektionen oder Verletzungen von Organen (Perforationen).
Nach der Untersuchung
Nach örtlicher Betäubung mit dem Rachenspray darf frühestens eine Stunde nach der Untersuchung wieder mit Essen und Trinken begonnen werden. Nach der Gabe einer Schlafspritze muss der Patient in der Praxis durch eine Begleitperson abgeholt werden. Auch darf bis zum nächsten Tag nicht selbstständig am Straßenverkehr teilgenommen werden, es dürfen keine schweren Maschinen bedient werden. Sollten nach der Untersuchung Beschwerden wie Schmerzen, Blut im Stuhl oder Fieber auftreten, sollten Sie sich umgehend in der Praxis oder einer Notaufnahme vorstellen.